Willkommen in den Glarner Wildruhezonen....

....aber nur auf der Homepage.


Im Glarnerland selbst bist Du weniger willkommen.

 

"Jeder Narr kann Regeln aufstellen

und jeder Tor wird sich danach richten"

Henry David Thoreau (1817 - 1862)
"Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat".

 

H.D. Thoreau hat sein Essay "The Resistance to Civil Government" im Jahre 1849 geschrieben und damit später Mahatma Ghandi und Martin Luther King massgeblich beeinflusst. Die Glarner Regierung - selbstverständlich von anderem Kaliber als diese armen Schlucker - steht solchen Erkenntnissen auch heute noch völlig resistent gegenüber.

 

Am 1. Juli 2017 ist die Verordnung über die Glarner Wildruhezonen in Kraft gesetzt worden. In unserem kleinen Kanton gibt es nun 32 rechtsverbindliche Wildruhezonen, die 27% der Kantonsfläche abdecken. Das heisst, dass der überwiegende Teil des Kantons nach wie vor für Skitouren offen ist. Insbesondere sind dies der Talboden entlang der Linth, die Langlaufloipe Töditritt, der Flugplatz Mollis sowie ein Umkreis von 50 Metern um sämtliche Robi Dog Sammelstellen.

Wenn dies gut ist für unsere Natur, so wollen wir uns denn auch daran halten...... Ist es denn gut? Auf keinen Fall!

Es gibt keine einzige Studie, die belegen würde, dass Wildtieren durch Skitourengänger Schaden erwächst. Allerdings gibt es "Studien", die zeigen, wie Wildtiere vorzeitig ums Leben kommen. Es sind dies die kantonalen Jagdstatistiken und die Polizeirapporte über totgefahrene Wildtiere. Es ist mir jedoch kein Polizeirapport bekannt, wo ein Tourenfahrer eine Gämse in den Tod getrieben hätte. Es wäre also konsequenter, anstatt Skirouten einige Strassen - auch im Mittelland - zu sperren und die Jagd zu verbieten.

Aber nein - dies wäre nur ein weiterer Denkfehler. Der Mensch, der sich ja zusammen mit den anderen Tieren entwickelt hat, gehört eben auch zur Natur. Er hatte einfach die Möglichkeit, andere Tiere auszurotten und hat das auch erfolgreich gemacht. Durch diese Ausrottung unserer Grossraubtiere wird unser Wildbestand nicht mehr natürlich reguliert und wir haben nun einen zu grossen Bestand. Der fehlende Druck vor allem im Winter führt dazu, dass auch kränkliche und schwächliche Tiere eher überleben und den Zustand der Gesamtpopulation negativ beeinflussen. Wegen unserem latent schlechten Gewissen gegenüber der Natur möchten wir dieser nun einen weiteren Akteur entziehen - uns selbst. Der an und für sich positive Druck auf die Wildtiere im Winter wird dadurch noch mehr verwässert und führt zu so jämmerlichen Populationen wie z.B. im Mythengebiet. Im Glarnerland haben wir mit dem bisherigen Regime einen maximal gesunden und maximal grossen Wildbestand erreicht. Die ordentliche Jagd reicht schon lange nicht mehr. Es braucht eine Nachjagd und dann noch eine Nach - Nachjagd. Das sollten wir nicht leichtfertig aufs Spiel setzen.

Die Mär von der Gefährdung des Wildes durch Naturfreunde wurde von einigen wahrscheinlich gut meinenden Wildbiologen und in grossen Städten wohnenden "Naturfachleuten" mit umfassendem Halbwissen in die Welt gesetzt und hat sich zu einem Hype entwickelt. Dies führt nun zu einer unerträglichen Gängelung des mündigen Bürgers durch naturferne Bürokraten. Auch der Glarner Verantwortliche für unsere Verbote - ein Nichtglarner - ist nun auf diesen Zug aufgesprungen. Um sich zu profilieren, hat er auch gleich einige Sommer/Herbst-Betretungsverbote verhängt, damit die Hirschbrunft nicht gestört werde. Er selbst hat dann mit einer kommerziellen Gruppe ausgerechnet im Eidgenössischen Jagdbanngebiet Freiberg Kärpf  an einer ebensolchen Hirschbrunftbeobachtung teilgenommen und somit am einen Ort das ausgeführt, was er dem Normalbürger am anderen Ort bei Busse verbietet. (Nachzulesen in "Südostschweiz am Wochenende" vom 30.9.2017 in einem ebenso ein- wie ganzseitigen Artikel).

 

Was lernen wir nun aus alledem?    Die Naturfreunde schaden der Natur nicht. Die kantonale Politik schadet aber den Naturfreunden.

 

Aber was machen wir dagegen? Um es mit den Worten eines Glarner Landrates zu sagen: "Ein weiteres Beispiel, dass die Politik ihren Zenith überschritten hat. Ignorieren ist wohl die einzige Lösung! Help yourself or nobody will..."



Variante im Schiltgebiet   (jetzt verboten)

 

Die Gebiete mit Zutrittsverbot findest Du unter www.wildruhezonen.ch

 

Vorschläge für Ski- und Schneeschuhtouren in Freiheit gibt es auf www.engg.ch und bei den meisten hauptberuflich tätigen Schweizer Bergführern. Die zunehmend repressive Naturtourismuspolitik der Schweiz hat fast alle veranlasst, vorerst wenigstens mit einem Ski in ein freies Land auszuweichen.

 

Inzwischen (Januar 2018) hat sich an dieser Situation etwas geklärt - klar ist nun die völlige Konzeptlosigkeit der Rädelsführer Röbi Marti, Regierungsrat, und Christoph Jäggi, Jagdverwalter. Vor Weihnachten 2017 wurden die Jagdstatistiken der Kantone Appenzell, St.Gallen und Glarus veröffentlicht. Der Tenor ist überall der gleiche. Viel zu viel Wild durchstreift die Berge und Wälder der Ostschweiz. Die Jagdziele werden erhöht und Nachjagden im tiefen Neuschnee erfreuen unsere Wildtiere. 37 Stück durften im Glarnerland ihr Ende im bauchtiefen Schnee geniessen, umringt von ihren in Grün gekleideten Freunden. Hirschkälber vor den Augen ihrer Mütter und Hirschmütter vor den Augen ihrer Kälber. Ist es deshalb unbewaffneten Naturfreunden nicht gestattet, diese Gebiete zu betreten?

Die St.Galler Regierung - auch solche Tischbomben - will nun wenigstens endlich das Füttern des Wildes im Winter einstellen und das frei werdende Personal dafür zum Bussen verteilen anstellen. Ein Bussenverteiler im Wald stört eben nicht so sehr wie ein Schitüüreler auf einem Gipfel.

Den grössten Wildüberbestand hat aber der Kanton Glarus. Die Jagd in den erlaubten Gebieten genügt schon lange nicht mehr. Über 36% des Rotwildes wurde in den Eidgenössischen Jagdbanngebieten Schilt und Kärpf abgeknallt. Die Reklame für den Freiberg lautet, das Wild sei hier seit Jahrhunderten geschützt. In Tat und Wahrheit ist unser Freiberg das blutigste Glarner Schlachtfeld seit der Schlacht von Näfels.

Trotz diesem Allzeit-Maximalbestand an Wild dürfen die Naturfreunde im Winter den grössten Teil der möglichen Tourengebiete nicht mehr betreten, ausser auf einigen wenigen Korridoren. Wieso eigentlich? Nun, Macht über andere auszuüben ist eben eine Triebfeder für manchen Sirup-Politiker und Verwaltungsbeamten. Der zuständige Jagdverwalter Christoph Jäggi hat deshalb bei den verunsicherten Tourenleitern eine Info-Veranstaltung durchgeführt. Auf die Frage, wie breit denn die erlaubten Korridore seien, beliebte er zu antworten, das würden diejenigen entscheiden, die mit den Bussenzetteln unten warteten. Und sowieso werde während den nächsten 10 Jahren über diese Verordnung nicht mehr diskutiert. Soviel zur Rechtsstaatlichkeit im Glarnerland....

Ein wenig beachtetes Detail zu dieser ganzen Geschichte steht in der Glarner Verfassung. Diese garantiert nämlich die Bewegungsfreiheit für alle auf unseren Bergen und Alpen. Wer unsere Verfassung in derart eklatanter Weise bricht wie der Möchtegern-Diktator Röbi Marti und sein Vasall Christoph Jäggi, gehört eigentlich hinter Gitter oder wenigstens an den Galgen.

Nun kann man natürlich einwenden, das gesperrte Gebiet sei gar nicht zu kontrollieren und jeder solle doch dort wandern und schitüürelen, wo er es immer schon gemacht habe. Das ist zweifellos die richtige Einstellung. Allerdings ist z.B. im Freiberg Kärpf am Weg zur Leglerhütte bereits eine automatische Kamera installiert, die jeden Tourengänger fotografiert. Zu Studienzwecken übrigens(:-). Sie wird vermutlich nur so lange dort sein, bis die Drohnen angeschafft sind. Thank you, Big Brother Röbi.